
Von Jolly Joker:
Ebenfalls ende der Siebziger wurde ELPI am Markt mein Lieblingsladen. Ich hatte wegen meiner häufigen Besuche guten Kontakt zu dem Mitarbeiter Ralf und dem späteren Chef Peter, dem ich mit meinen Käufen offensichtlich sein Gehalt finanzierte. Bei ELPI fand ich ein sehr großes Angebot an Schallplatten aus meinen bevorzugten Musikbereichen Heavy Metal und Rock. Da der sympathische Peter selber auch Metalfan war, erklärte es sich von selbst, dass das Angebot zu einem großen Teil diesem Musikbereich zuzuordnen war. Klar, ich bekam als treuer Stammkunde auch so manchen Sonderpreis. Auch wurden Schallplatten für mich reserviert oder ohne vorherigen Auftrag sogar für mich gebunkert. Da man damals noch den Markt mit dem Auto befahren konnte, fand sich gegenüber fast immer einen Parkplatz im Halteverbot für meinen gelben Spitfire. Da es zu dieser Zeit erst neun Politessen in Aachen gab (heute sind es fast 100), hielten sich auch die Spenden an die Stadt Aachen in Grenzen und mein Geld konnte Freude bringend bei ELPI investiert werden.

Im September 1978 sollte in Deutschland zeitgleich je ein Soloalbum der vier Kiss Musiker erscheinen. Fast täglich nervte ich Peter Anfang September immer mit der gleichen Frage: „Sind die vier Alben der Kiss Musiker schon da?“ Am 18. September 1978 brauchte ich diese Frage nicht mehr zu stellen, denn Peter hatte die vier Soloscheiben werbewirksam in der Verkaufswand placiert. Für mich als Kiss Fan ging mit dem Erwerb der Schätze ein Traum in Erfüllung. Zu Hause stelle ich beim Hören der Platten fest, dass neben viel Licht und Schatten im musikalischen Bereich ein vierteiliges Puzzelposter jeder Platte beilag. Trotzdem verkauften sich die vier Kiss Soloscheiben insgesamt über 4 Millionen mal und erreichten somit alle Platinstatus. Da die Plattenfirma aufgrund der hohen Vorbestellungen optimistisch die Presswerke heiß laufen ließen, standen nur wenige Monate nach dem Veröffentlichungstermin noch so viele Exemplare in den Läden, dass die Geschäfte bei stagnierendem Absatz die Schallplatten wieder zurückschickten. Dies führte zu einer sehr schnellen Nice Price Auspreisung was wiederum die Verkäufe ankurbelten.
Als besonders kundenfreundlich empfand ich die Tatsache, dass Peter einen großen Fernseher an der Decke angebracht hatte auf dem den ganzen Tag, mittels Videorecorder, VHS Videos von Livekonzerten verschiedener Musikbands zu sehen waren. So durfte ich 1984 auch meine in London gekaufte und in Deutschland noch nicht erhältliche VHS Kassette von dem ersten Venom Konzert im Londoner Hammersmith dort persönlich in den Player schieben und dann die Lautstärke, sehr zur Freude von Peter, amtlich anheben.














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